Rauchstinken

aus dem epischen Album ‚Lukanga Mukara‘ von MiKe – 2025

Titel 16

Brief 8

Rauchstinken

Der achte Brief über das „Rauchstinken“ beschreibt die Sitte der Wasungu zu rauchen. Es geht um die seltsamen Rituale des Rauchens, seine gesellschaftliche Bedeutung, die gesundheitlichen Schäden und darum, wie diese schädliche Gewohnheit aus wirtschaftlichen Gründen trotzdem als „gesunde Volkswirtschaft“ gerechtfertigt wird. 

Intro, gesprochen
Omukama, Du fragtest mich nach dem Rauchstinken.
Ich antworte Dir: 
„Ja, die Wasungu blasen Rauch aus dem Mund.
Wirklich wahr! Und ich lache nicht mehr darüber.“

Sie nehmen trockene Stinkblätter, 
rollen sie zu dicken Rauchrollen.
Sie beißen die Spitze ab,
sie stecken ein Ende in den Mund –
das andere zünden sie an,
dann saugen sie daran, als wäre es eine Frucht.

Gesprochen 
Wahrscheinlich lachst Du.
Doch ich sah es oft –
und es scheint ihnen zu gefallen.

Manche tun es heimlich –
sie sagen, der Medizinmann habe es verboten.
Andere tun es ständig –
sie sagen, ohne Rauch könnten sie nicht leben.
Sie nennen sich Stinker 
und die anderen Nichtstinker.
Sie zählen ihre Rauchrollen,
sie reden über Größe und Farbe.
Sie vergleichen Preise und Herkunft.

Gesprochen 
„Willst Du eine Rauchrolle?“
„Nein, ich mache nicht Rauch.“
„Ach so! Ich heiße Hans.“
Und schon beginnt das Gespräch.

Sie sagen, der Rauch mache sie krank –
aber das sei eben so.
Sie husten, sie leiden, doch sie hören nicht auf.
Ihre Lungen rasseln, ihr Herz wird steinig,
die Kinder werden kränklich, 
und sie nennen es Gewohnheit.

Die Stinkblätter brauchen Felder,
wo früher das Brot wuchs.
Deshalb ist das Brot teuer – und der Rauch billig.
Und weil so viele am Rauch verdienen, 
sagen sie: „Machet Rauch!“
Sie nennen es „gesunde Volkswirtschaft“.

Gesprochenes Schlusswort
„Gütiger Herr, bewahre Kitara – vor den Rauchstinkern!“