Speisen, saufen, speien
aus dem epischen Album ‚Lukanga Mukara‘ von MiKe – 2025
Titel 15
Brief 7
Speisen, saufen, speien
Der siebte Brief von Lukanga Mukara an seinen König beschreibt, wie die Deutschen den Geburtstag ihres Königs feiern. Es geht vor allem ums Saufen und um ein falsches Verständnis von Ehre.
Gesprochenes Intro
„Omukama, Herr der Rinder und des Morgennebels!
Ich sah, wie die Wasungu ihren König ehrten.
Nicht mit Fasten.
Nicht mit Stille.
Nicht mit Liedern.
Sondern: Sie tranken, bis sie fielen!“
Sie hoben das Glas statt der Stimme,
und hielten das für Treue.
Sie sangen Lieder vom Bier, nicht vom Mut.
Sie schütteten sich voll bis zur Kante,
bis keiner von ihnen mehr stand.
Sie stießen an mit der Leere
und spien das Mahl zurück.
Was ist Ehre? Ein Prost im Rausch.
Was ist Stolz? Der Pfiff vorm Trinken.
Was ist Treue? Ein leerer Becher im Takt.
Dann saßen sie dicht an dicht
in einem Raum voll Dunst und Stimmen.
Sie fluchten und zankten,
sie stießen die Gefäße wie Waffen an.
Und ein Schluck im Gleichklang
machte sie zu Brüdern.
Sie weinten unter dem Tisch,
doch nicht aus Einsicht.
Sie küssten einander mit
dem Geschmack der Reue.
Sie krochen der Tür entgegen –
und stolperten in die Nacht.
Gesprochenes Schlusswort
„So feiern sie ihren König. Mit Speichel und Zank.
Mit Rauch und Reue.
Kein Tag macht sie schwächer als dieser.
Und keiner zeigt so deutlich, was sie geworden sind.“