08.03.2026

Musik-Abo Tag 8

Fühle mich fühlen

Ich begrüße Dich von Herzen zum 8. Tag des Musik-Abos!

Zu diesem frühlingshaften Sonntag möchte ich Dir etwas besonders Schönes schicken: eine Szene aus meiner Jugendoper DANIEL.

Die Oper konzipierte ich im Alter von etwa 19 oder 20 Jahren. Sie umfasst insgesamt neun Akte von jeweils rund zehn Minuten Dauer. Jeder Akt besteht aus drei Szenen.

Die gesamte Oper hat also 27 Szenen – mit einer Gesamtdauer in Spielfilmlänge.

Darin geht es um den siebzehnjährigen Träumer Daniel, der Schritt für Schritt lernt, in dieser nüchternen, kalten Welt zurechtzukommen.

Ich will nicht behaupten, dass das autobiografisch wäre … aber ein bisschen ist es das natürlich schon ;-)

Im Jahr 2003 komponierte ich am Computer mit der damals verfügbaren Software fünf vollständige Akte der Oper – Nr. 1, 2, 3, 4 und 9 – Note für Note von Hand.

Mit der Maus in den Computer eingetippt – keine KI, keine Automatisierung. Echte Handarbeit.

Das Ergebnis war musikalisch ganz passabel – ich veröffentlichte es damals in meinen sogenannten „Musikalischen Notizen“ –, aber vom Klang und von der Abmischung her war es eine Katastrophe.

Heute gibt es deutlich bessere Software und viel mehr Möglichkeiten. Über den Jahreswechsel habe ich daher intensiv am Instrumentalpart der Oper DANIEL weitergearbeitet.

Das Ergebnis: Die bislang fehlenden Akte 5, 6, 7 und 8 sind inzwischen fertig komponiert.

Nun müssen noch die früheren Akte restauriert werden – und dann ist der Instrumentalteil komplett.

Und der Michael sehr glücklich, wenn sein Jugendtraum Realität geworden ist :-)

In der Szene, die ich Dir heute schicke, geht es um Folgendes:

Der Tagträumer Daniel hatte in der Schule Ärger mit seinem Lehrer (Akt 1).

Auf dem Schulhof sieht er, wie rüde die Jugendlichen miteinander umgehen – und auf dem Heimweg, wie die Menschen allgemein miteinander umspringen (Akt 2).

Zu Hause spricht er mit seiner Mutter darüber. Sie beschwichtigt ihn nur und versteht ihn nicht wirklich. Der Vater mischt sich ein, und es kommt zum Streit (Akt 3).

Nach dem Mittagessen liegt Daniel auf seinem Bett (Akt 4).

Er wünscht sich ein Wesen, das ihn wirklich versteht. Ein Wesen, das fühlt, wie er fühlt, das sieht, wie er sieht, das hört, wie er hört.

Und während er so vor sich hinträumt und langsam wegdöst, meldet sich eine feenartige Stimme, die ihn spiegelt und ihm gewissermaßen „zurücksingt“:

„Fühle mich fühlen, sieh mich sehen, höre mich hören, fühle mich fühlen.“

Diese Szene schicke ich Dir heute – in der englischen Version.

„Feel me feel“ versteht man ja auch ohne Wörterbuch :-)

Für mich persönlich gehört sie zum Schönsten, was ich je erschaffen habe. Doch Musik ist natürlich immer auch Geschmackssache.

Ich würde mir so sehr wünschen, dass Du dabei fühlen kannst, was ich fühle – „fühle mich fühlen“ sozusagen.

Was fühlst Du bei dieser Szene?

Alles Liebe
Dein MiKe

Feel me feel (Oper DANIEL, Szene aus Akt 4)