Wer nichts kauft
aus dem epischen Album ‚Lukanga Mukara‘ von MiKe – 2025
Titel 4
Brief 2
Wer nichts kauft, ist hier nichts wert
In seinem zweiten Brief beschreibt Lukanga die Wasungu (Europäer, Deutschen) als „Sklaven des Geldes“: überall Rauch, der aus Schornsteinen kommt, enge Kleidung, Hüte und monotone Fabrikarbeit. Obwohl sie unaufhörlich beschäftigt sind, wirken sie unglücklich und entfremdet – ein Volk, das seine Lebenskraft verliert.
Gesprochenes Intro
Omukama! Strahlender Fürst!
Über diesem Lande liegt etwas wie ein großer Trug.
In Deutschland ist viel Rauch. Aber kein Rauch, der das Herz eines Wanderers erfreut,
sondern einer, der wie ein Frühnebel über allem liegt.
Er stammt aus großen Häusern
mit langen steinernen Röhren, in denen Menschen eine Arbeit tun, die niemals fertig wird.
Vers
Keinen Deutschen findet man,
der nicht eilt mit Schwung,
und sagt man „Tinkora mlimô mingikala“,
wie wir es tun, was heißt:
„Ich arbeite nicht, ich bin nur vorhanden“,
so wird das als Unverschämtheit hier verstanden.
Denn ohne Arbeit darf keiner hier zufrieden sein,
es sei denn, er habe viel Geld – und nennt es sein.
Refrain 1
Wer nichts kauft, ist hier nichts wert,
doch wer viel hortet, wird verehrt.
So sammeln sie die Last in jedem Raum
und nennen es den Lebenstraum.
Refrain-Wiederholung
Vers
Sie schnüren sich in Mode,
zwängen sich fast zu Tode,
nur damit jene verdienen,
die all die Mode bedienen.
Und weil sie sich kaum regen,
nur fahren, nie bewegen,
schwellen sie an wie Flusspferde
von Ukonse im Regen.
Refrain 2
Wer nicht mit der Mode geht, der gilt hier nichts,
doch wer prahlt und prunkt, hebt sich ins Licht.
So füllen sie mit Kleidern jeden Raum
und nennen all dies ihren Lebenstraum.
Refrain 1
Wer nichts kauft, ist hier nichts wert,
doch wer viel hortet, wird verehrt.
So sammeln sie die Last in jedem Raum
und nennen es den Lebenstraum.
Gesprochenes Schlusswort
„Omukama, mein König: Es sind große Entbehrungen,
die ich ertrage, um meinen Auftrag zu erfüllen,
dies Land zu erforschen.
Die Sitten des Volkes bedrohen mich
und meine Gesundheit.
Was mein Körper von außen erfährt, und auch,
was ich gezwungen bin, innen hineinzutun,
während ich hier lebe, das schädigt mich.“