Der Weg ruft

aus dem epischen Album ‚Lukanga Mukara‘ von MiKe – 2025

Titel 6

Brief 4

Der Weg ruft

In seinem vierten Brief schildert Lukanga Mukara die Entstehung des Wirtschaftskreislaufs am Beispiel des Eisenbahnbaus, der eine Entwicklung gebiert, bei der das eine das andere nach sich zieht. 

Gesprochenes Intro 

Omukama, mein König!

Du fragst, wozu die Deutschen Wagen gebrauchen,

und weshalb sie alle Tage hin und herfahren.


So denke an einen Weg zwischen zwei Dörfern.

Dort geht ein Träger vier Tage, ein Bote zwei.

Doch der Deutsche baut einen Eisenbalkenweg hin,

damit der Bote in einem einzigen Tage hinkommt.


Und um diesen Weg zu bauen, müssen Tausende herbeikommen und arbeiten, und wieder Tausende, 

um sie zu ernähren und wieder andere, 

um das Brennholz heranzuschaffen. 

So beginnt alles mit einem Weg  

und endet in einer Welt, die niemals stillsteht.


Vers 

Der Weg ruft nach Männern, die ihn bauen,

und diese Männer brauchen Brot und Trank.

Das Brot ruft nach den Bäckern, die es backen,

und der Trank ruft nach den Häusern voller Klang.


Refrain 

Der Weg ruft und weckt neuen Bedarf.

Und der Bedarf ruft weiter nach immer neuen Wegen.

Der Weg ruft und weckt neuen Bedarf.


Vers 

Die Wirtshäuser rufen nach Schnaps für ihre Gäste,

und dieser Schnaps verlangt nach Ordnung überall.

Die Ordnung ruft die Wächter, die sie halten sollen,

und die Wächter rufen weiter nach Häusern der Schmach.

 

Refrain 


Vers 

Die Gefängnisse rufen nach Wärtern, die sie hüten, 

und diese Wärter rufen dann nach Häusern für ihr Leben. 

Die Häuser rufen weiter nach den Arbeitern, die bauen, 

und die Arbeiter rufen eifrig nach Lagern für die Nacht.


Refrain 


Vers 

Die Arbeiter rufen nach Werkzeug für die Hände,

und dieses Werkzeug ruft nach Eisen aus dem Land.

Das Eisen ruft die Schmiede, die es formen und erhitzen, 

die Schmiede rufen weiter nach Brennholz für das Feuer.


Refrain


Und so ruft jeder Bedarf nach weiterem Bedarf, 

und jeder Weg nach neuen Wegen. 

Und das Volk rennt weiter und weiter,  

bis niemand mehr weiß, wohin die Reise geht.