05.03.2026

Musik-Abo Tag 5

Ein tragisches Schicksal und ein erfüllter Jugendtraum

Willkommen zu Tag 5 im Musik-Abo!

Mit dem Musik-Abo will ich Dich in meine musikalische Welt entführen – und Dir dabei vielleicht auch die eine oder andere Tür in ein für Dich neues Genre öffnen.

Für mich als Komponisten gibt es keine verschlossenen Türen, keine verbotenen Genres, kein „Das tut man aber nicht!“ Für mich ist in der Musik alles erlaubt. Ein riesiges Experimentierfeld.

Eines der Dinge, die man angeblich nicht tut, ist z.B. die Kombination von klassischer Musik mit E-Gitarre und Schlagzeug. Doch eben das tat ich mit 18.

Ich träumte davon, eine Symphonie für Schulorchester und unsere damalige Band mit dem Namen „trespass“ (dt.: „überschreiten“ – z.B. musikalische Grenzen) zu schreiben.

Ich kaufte mir einen großen DIN A2 (!) Leitz-Ordner, ging in unsere Musikalienhandlung „Lausch & Zweigle“ in Stuttgart und besorgte mir Partitur-Papier.

Dann begann ich damit, die Symphonie für Band und Orchester zu komponieren. Ich lernte, dass man z.B. Hörner in einer anderen Tonart notiert, wie auch viele Holzbläser, und eignete mir das alles autodidaktisch an.

Doch die Symphonie kam nie zur Aufführung – vor allem deshalb, weil ich sie gar nicht fertig komponierte.

DOCH: Die Einleitung war komponiert (bis ca. Minute 1:10), UND wir spielten den Hauptteil in unserer Band „trespass“ im Standard-Repertoire.

Das ist übrigens ein Grund, warum ich moderne KI-Möglichkeiten in der Musik liebe und schätze. Ich spiele die Motive und Themen im KI-Studio selbst von Hand ein – und dann sage ich der KI-Software, wie sie das Stück arrangieren und instrumentieren soll – exakt nach meinen Vorstellungen.

Für mich ist das wunderbar. Denn es ermöglicht mir, dass ich heute für mich und für andere hörbar machen kann, was bisher nur in meinem Kopf existierte.

DAS ist für mich – ohne Übertreibung – eines der größten Geschenke meines Lebens!

Eines dieser Werke, die bisher nur in meinem Kopf existierten, war meine „Symphonie für Band und Orchester“. Heute kann ich Dich daran teilhaben lassen.

Für mich ist dieses Musikstück eine Perle – etwas, in dem ganz, ganz viel Herzblut von mir steckt: ein großer Traum meiner Jugend, der sich nun dank moderner Möglichkeiten erfüllen ließ, wofür ich sehr dankbar bin.

Der offizielle Titel des heutigen Stückes lautet – wie sich das für eine Symphonie gehört:

„Symphonie in G-Moll für Band und Orchester, erster Satz, Allegro“

Meinem Freund Helge gewidmet.

Helge war zu Bandzeiten unser Gitarrist. Er war hochbegabt und hochsensibel – zerbrach aber an dieser Welt.

Eines schrecklichen Tages nahm er sich im Neckar das Leben, nachdem sein erster Versuch, eine eigene Platte zu veröffentlichen, gescheitert war.

Das hat mich als 18- oder 19-Jährigen damals schwer getroffen und sehr beschäftigt – eigentlich bis heute.

Übrigens: Beim Hauptthema des ersten Satzes habe ich „geklaut“ – und zwar bei Edvard Grieg und seiner berühmten Morgenstimmung.

Ich habe das Thema so verändert, dass es noch meines ist – aber Du wirst es wahrscheinlich wiedererkennen.

In diesem Sinne bekommt die nachträgliche Widmung des ersten Satzes an Helge auch eine besondere Bedeutung:

„Helge, möge nach Deinem tragischen Ende eine neue schöne Morgenstimmung auf Dich warten. Du warst einer der besten Musiker, die ich kannte – und ich bin mir sicher: Irgendwann begegnen wir uns wieder.“

So viel zu den Hintergründen des heutigen Stücks.

Nun genieße die abenteuerliche Klangwelt des ersten Satzes für Band und Orchester.

Alles Liebe
MiKe

Symphonie in G-Moll, erster Satz, Allegro