22.03.2026

Musik-Abo Tag 22

MiKe trifft Kirchenorgel

Ich begrüße Dich zum 22. Tag des Musik-Abos
und wünsche Dir einen geruhsamen Sonntag!

Ich gebe zu: Das heutige Stück ist wild … sehr wild.

Aber es ist auch etwas Besonderes.

Erlaube mir, Dir kurz die Geschichte dazu zu erzählen:

1987 hatte ich einen guten Freund namens Horst.

Einige Jahre zuvor war er Bassist in unserer Band gewesen.

Inzwischen war er Tontechniker, stand fest im Berufsleben und verdiente gut.

Sein großes Ziel: ein eigenes Tonstudio.

Und so kaufte er sich nach und nach jeden neuen musikalisch-technischen „Schnickschnack“, der auf den Markt kam.

1987 schaffte er sich einen der ersten bezahlbaren, studiotauglichen sogenannten „Sampler“ an – ein Gerät, das damals inklusive Zubehör rund 6.000 Mark kostete.

Mit einem solchen Sampler konnte man erstmals beliebige Klänge aufnehmen, digital speichern und anschließend über eine Tastatur in verschiedenen Tonhöhen spielen.

Theoretisch konnte man also sogar das Miauen einer Katze aufnehmen – und mit dieser Katzenstimme Musik machen.

In der Praxis nahmen professionelle Studios vor allem hochwertige Instrumente auf, zum Beispiel Streicher, Chöre oder Orchesterklänge, und verkauften diese auf Disketten.

Man lud die Daten in den Sampler – und konnte anschließend auf der Studiotastatur mit erstaunlich realistisch klingenden Instrumenten spielen.

Das war damals eine kleine Sensation.

Horst führte mir also stolz sein neues Gerät vor.

Einer der Klänge, die er erworben hatte, war eine Kirchenorgel.

Er lud den Sound in den Sampler – und ich durfte spielen.

Und ich spielte.

Ich improvisierte frei drauflos, mit allem, was meine Finger hergaben – und Horst legte noch einen gewaltigen Kathedralen-Hall darüber.

Wie das klingt? Das erfährst Du jetzt.

Wie gesagt: wild – aber irgendwie auch faszinierend.

Viel Freude damit und alles Liebe
Dein MiKe

Sakrales Freispiel