Einleitung: Vier Zeitalter des Musikhörens
Von der Schallplatte zur CD zur mp3-Datei und zum Streaming
Fangen wir ganz von vorne an: Bevor wir uns damit beschäftigen, wie Du Musik aufs Handy, auf einen USB-Stick oder sonst wohin bekommst, schauen wir uns zunächst an, wie sich die Art und Weise, wie wir Musik hören, in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert hat.
Zeitalter 1 – die analoge Welt
Wenn man sich früher Musik anhören wollte – abseits des Radios –, musste man sich eine Schallplatte kaufen. Darauf war die Musik analog gespeichert. Zum Abspielen brauchte man einen Plattenspieler. Digital war damals noch gar nichts. Eine weitere Möglichkeit war das Tonbandgerät: Musik wurde auf Magnetband aufgezeichnet und konnte anschließend wieder abgespielt werden. Später kam die handlichere Tonbandkassette bzw. Musikkassette dazu, die viele noch aus Kassettenspielern und Autoradios kennen.
Zeitalter 2 – die CD kommt
Anfang der 1980er-Jahre begann dann das digitale Zeitalter der Musik. Die Compact Disc – kurz CD – kam auf den Markt. Nun war die Musik erstmals auf einem digitalen Datenträger gespeichert. Statt eines Plattenspielers oder Kassettengerätes brauchte man einen CD-Spieler. Das Grundprinzip blieb aber dasselbe: Man kaufte einen Datenträger, nahm ihn mit nach Hause und besaß anschließend dieses Exemplar der Musik.
Zeitalter 3 – die Musik wird zur Datei
In den 1990er-Jahren wurde das sog. mp3-Format entwickelt. Damit ließ sich die Speichergröße für digitale Musik so stark verkleinern, dass ein Musikstück nicht mehr unbedingt auf einer CD gespeichert sein musste. Es konnte nun einfach als Datei auf einem Computer liegen, als eine mp3-Datei. Und diese Datei konnte man kopieren!
Man konnte sie beispielsweise vom Computer auf einen tragbaren mp3-Abspieler übertragen und unterwegs anhören. Später konnten auch viele Stereoanlagen und Autoradios mp3-Dateien abspielen. Man kopierte seine Musik beispielsweise auf einen USB-Stick, steckte diesen ins Gerät – und schon konnte man sie hören. Auch viele Autoradios hatten eine USB-Buchse, um mp3-Dateien anzuhören.
Das ist übrigens das Format, in dem Du meine tägliche Abo-Musik erhältst: Du bekommst von mir eine mp3-Datei. Und diese Datei gehört Dir. Du kannst sie speichern, auf Dein Handy kopieren, auf einen USB-Stick übertragen oder auf Deinem Computer archivieren.
Zeitalter 4 – Musik wird gestreamt
Heute leben wir im Zeitalter des Streamings. Dienste wie Spotify, Apple Music & Co. stellen riesige Musikkataloge bereit. Man sucht sich ein Stück aus, tippt darauf – und schon wird es abgespielt. Der entscheidende Unterschied zu früher: Man besitzt die Musik dabei nicht mehr. Man hat keine eigene Schallplatte, keine CD und meist auch keine eigene Musikdatei. Stattdessen erhält man Zugang zur Musik – gegen eine monatliche Gebühr oder finanziert durch Werbung. Für die Hörer ist das recht bequem. Musiker und Komponisten hingegen bekommen nur den Bruchteil eines Cents, wenn ihr Stück abgespielt wird.
Wichtig: Keines dieser Zeitalter war „das Bessere“ oder „das Beste“, die Aufzeichnungs- und Abspielmethoden haben sich einfach verändert. Jede Form hat ihre Vor- und Nachteile. Interessanterweise existieren heute die Verfahren aller Zeitalter noch parallel und unabhängig voneinander: Die alte Vinyl-Schallplatte erlebt heutzutage wieder eine Renaissance, in vielen Haushalten steht nach wie vor ein CD-Spieler, mp3 läuft eh auf jedem Computer. Und so praktisch uns Streamingdienste anfangs erschienen: Heute wenden sich manche Menschen wieder gezielt davon ab – hauptsächlich mit dem Argument, dass sie die Musik gerne besitzen möchten.
Und damit zurück zum MiKe-Abo: Hier bekommst Du die Musik tatsächlich noch als Datei. Aber was macht man nun mit so einer mp3-Datei? Wo speichert man sie? Wie hört man sie ab? Wie bekommt man sie aufs Handy? Damit befassen wir uns in den nächsten Kapiteln.